Presse aktuell

02.01.2018

MiFID II: Meilenstein der Finanzmarktregulierung tritt in Kraft

Markus Ferber: MiFID II macht europäische Kapitalmärkte sicherer/ Transparenz über das Marktgeschehen wird erhöht, der Anlegerschutz gestärkt und Regelungslücken werden geschlossen

Die Finanzrichtlinie MiFID II tritt am 3. Januar in Kraft. Die letzten sieben Jahre hat Markus Ferber als Berichterstatter des Europäischen Parlaments die Überarbeitung der Finanzmarktrichtlinie federführend begleitet. Er nennt die Reform einen „Meilenstein der Finanzmarktregulierung“ und erklärt: „Die praktische Anwendung der MiFID II steht nun unmittelbar bevor. Damit wird ein Meilenstein erreicht, der die europäischen Kapitalmärkte sicherer macht. Eine erneute Verschiebung ist keine Option.“

Warum wurde die Richtlinie überarbeitet?

Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers hatte im Herbst 2008 die Welt erschüttert und zahlreiche Bankkunden verloren viel Geld. „Mit der Überarbeitung der Richtlinie hat Europa daraus seine Konsequenzen gezogen und strengere Regeln für die Anlageberatung verabschiedet.“

Was bedeutet MiFID II für den Kunden?

Markus Ferber bezeichnet den Start der Richtlinie als neue „neue Ära im Anlegerschutz“. „Wir stellen sicher, dass den Kunden ausschließlich solche Anlageprodukte empfohlen werden, die zu ihnen passen. Die Lehman-Oma darf es nicht mehr geben. Sparer und Anleger werden künftig besser geschützt. Die EU-Richtlinie wird mehr Kostentransparenz bei Wertpapiergeschäften und eine bessere Kundenberatung bringen.“

Weitere Errungenschaften von MiFID II: Nahrungsmittel und Hochfrequenzhandel

„Zocken mit Nahrungsmitteln treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe und trifft immer die Schwächsten.“ Markus Ferber konnte als Berichterstatter auch strikte Regeln gegen Rohstoffspekulation durchsetzen. „Für den Börsenhandel mit Nahrungsmittel haben wir besonders strenge Regeln eingeführt und damit rein spekulativen Geschäften auf Nahrungsmittel einen Riegel vorgeschoben.“

Ein weiteres Thema war der Hochfrequenzhandel, der bislang noch unreguliert war: „Der Hochfrequenzhandel wird künftig durch mehr Kontrolle und Transparenz sowie Eingriffsbefugnissen der Aufsicht ausgebremst", so Markus Ferber. "Bislang war dieser Bereich absolut unzureichend reguliert. Die Gefahren die vom Hochfrequenzhandel ausgehen, wie Turbulenzen an den Aktienmärkten oder Manipulationen, werden durch die gezielte Regulierung europaweit nun eingedämmt."