Presse aktuell

31.01.2018

Nachhaltiges Investieren: Nicht die guten Absichten zählen, sondern das Risiko!

Markus Ferber warnt vor gefährlichem Paradigmenwechsel: Grüne Investitionen sind nicht automatisch risikoärmer

Die Europäische Kommission stellt heute den Bericht der Expertengruppe zu Nachhaltigen Finanzen vor. Die Hochrangige Gruppe diskutiert in ihrem Abschlussbericht eine Reihe von Maßnahmen mit Blick auf Investoren, Banken, Wertpapierfirmen und Aufsichtsbehörden, um das Thema Nachhaltigkeit im EU-Finanzsystem zu verankern.

Der CSU-Europapolitiker kritisiert die Stoßrichtung: "Die Kommission muss hier nicht den grünen Weltverbesserer spielen. Bei einem Investment dürfen nicht die guten Absichten über dem Risiko stehen."

"Was die Hochrangige Gruppe hier vorschlägt, ist nichts anderes als ein gefährlicher Paradigmenwechsel. Bislang war bei Finanzaufsicht, Bankenregulierung und Verbraucherschutz das Risiko des Geschäftsmodells stets das zentrale Thema - das war auch eine Lehre aus der Krise. Wenn nun alles der Förderung der Nachhaltigkeit untergeordnet werden muss, ist das das Rezept für die nächste Blase", so Markus Ferber.

Der CSU-Finanzpolitiker warnt: "Gerade die Idee von Risikoabschlägen für grüne Investitionen ist brandgefährlich, denn es ist keinesfalls so, dass grüne Investments automatisch risikoärmer sind. Das haben viele Investoren schmerzlich erfahren müssen."

Kritik: Es fehlt eine klare Definition

"Angesichts der weitreichenden Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe, ist es umso erstaunlicher, dass im Abschlussbericht nicht einmal erläutert wird, was unter dem Begriff Nachhaltigkeit im Finanzwesen überhaupt verstanden wird. Damit stellt sich die Hochrangige Gruppe selbst ein Armutszeugnis aus." Wie in ihrem Arbeitsprogramm für 2018 angekündigt, wird die Kommission im ersten Quartal 2018 einen Aktionsplan für eine nachhaltige Finanzwirtschaft annehmen. Dazu erklärt Markus Ferber: "Bevor nicht klar ist, was mit dem Begriff 'Nachhaltigkeit im Finanzwesen' überhaupt gemeint ist, sollte die Kommission in jedem Fall von der Umsetzung der Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe Abstand nehmen. Andernfalls würde man den zweiten Schritt vor dem ersten machen."