Presse aktuell

04.10.2017

Reform des europäischen Mehrwertsteuerrechts

Heute hat die Europäische Kommission ihre Vorschläge zur Reform des Europäischen Mehrwertsteuerrechts vorgestellt. Der CSU-Steuerexperte und erste stellvertretende Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses, Markus Ferber, erklärte dazu:

"Eine Reform des europäischen Mehrwertsteuersystems ist dringend notwendig. Die geltenden Regeln stammen aus dem Jahr 1993 und haben mit der Entwicklung des Binnenmarktes und der Digitalwirtschaft bei Weitem nicht Schritt gehalten. Jedes Jahr gehen den Mitgliedstaaten der EU Mehrwertsteuereinnahmen in einer Größenordnung von über 150 Milliarden Euro verloren. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt vieler Mitgliedstaaten. Das zentrale Problem ist, dass die Steuer- und Zollbehörden vieler Mitgliedstaaten nicht richtig zusammenarbeiten. Damit wird Betrug Tür und Tor geöffnet. Hier muss die Kommission ansetzen und nicht mit einer Umstellung auf das Bestimmungslandprinzip, das lediglich mehr Komplexität und Unsicherheit schafft. Grundsätzlich muss gelten, dass in dem Land die Steuer fällig wird, in dem der leistende Unternehmer seinen Sitz hat."