Markus Ferber Mitglied des Europäischen Parlaments
Bezirksvorsitzender von Schwaben.
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Farm to Fork: Markus Ferber kritisiert "Ideen aus dem Brüssler Labor"

EU-Kommission veröffentlicht Strategie für nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung /Markus Ferber fordert Strategie-Korrektur: „Ziele sind gut, Umsetzung droht ein Desaster für regionale Strukturen zu werden. Es fehlt Verständnis für das regionale Know-how.“

Die Europäische Kommission stellt heute die Strategie „Vom Hof auf den Teller“ ("farm to fork") für nachhaltigere Landwirtschaft und gesündere Ernährung vor. Der Europaabgeordnete Markus Ferber kommentiert: „Ich stehe hinter den Zielen des nachhaltigen Anbaus, der Versorgungssicherheit in der Krise und der gesünderen Ernährung für alle. Doch die Pläne zur Umsetzung sehe ich sehr kritisch: Ganze 27 Initiativen hat die Kommission nun angekündigt. Ich rechne mit neuen Labels, neuen Vorschriften, neuen Formularen. Ich befürchte, dass die kleinen Betriebe vor Ort da nicht mehr mitkommen. Dabei sind die regionalen Strukturen der Schlüssel zur Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung.“

 

Hyperstandards für nachhaltige Riesen?

„Angesichts dieser Strategie muss man sich fragen, worum es hier eigentlich geht. Wenn wir nachhaltige und gesunde Lebensmittel wollen, müssen wir die kleinen Betriebe fördern. Das wird nicht über ein massives Regelwerk funktionieren. Dieses Regelwerk schafft im besten Fall Bio-Großbetriebe. Das sind Ideen aus dem Brüssler Labor. Dieser Strategie fehlt es an regionalem Know-how, es fehlt das Verständnis für die Arbeitsweise kleiner Betriebe. Wir brauchen eine Farm to Fork Strategie, die kleine Betriebe fördert und nicht ausrottet. Gerade wir in Bayern haben hier viel zu verlieren.“ Markus Ferber betont: „Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass eine Überregulierung genau den kleinen Betrieben schadet, die verantwortlich und nachhaltig arbeiten und einen echten Mehrwert für ihre Region schaffen.“

 

Ferber fordert Förderstrategie für regionale Wertschöpfungsketten

„Schon länger beobachte ich den langsamen Tod der kleinen Strukturen. Da spielt das Ertrinken in Formularen und Vorschriften eine große Rolle. Und nun will die Kommission regionale Betriebe mit einer neuen Kennzeichnung fördern. Also wieder mit neuen Vorgaben. Das ist schon fast komisch, wenn es nicht so ernst wäre.“ Er führt aus: „Die stärkste Förderung regionaler Betriebe liegt in einer Reduzierung der bürokratischen Auflagen, nicht umgekehrt. Wir können nicht die kleinen Strukturen und kurzen Wege preisen und im gleichen Atemzug immer neue Standards, immer neue Formulare, immer neue Kontrollen, schaffen. Der Metzger vor Ort kommt da nicht mehr mit. Ich fordere eine umfassende Strategie zur Förderung der regionalen Strukturen. Denn der größte Garant für Frische, Qualität, gute Arbeitsbedingungen und Tierwohl sind regionale Strukturen und mittelständische Betriebe.“