Markus Ferber Mitglied des Europäischen Parlaments
Bezirksvorsitzender von Schwaben.
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Geldpolitik: EZB setzt ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel

Geldpolitische Sitzung der EZB/

Markus Ferber fordert geldpolitische Trendwende

"Der Widerwillen von Frau Lagarde auf die hohe Inflation zu reagieren, wird langsam zur Glaubwürdigkeitsfrage für die EZB. Die Inflationsrate bewegt sich schon seit Monaten rund um die 5-Prozent-Marke. Das ist weit weg von jeder Definition von Preisstabilität“, so der CSU-Europaabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Markus Ferber, angesichts der heutigen Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Ferbers Bewertung der geldpolitischen Entscheidung fällt entsprechend kritisch aus: „Kurs halten ist in dieser Situation genau die falsche Strategie. So verlieren die Menschen das Vertrauen in die Stabilität des Euros.“

 

Basiseffekte kein überzeugendes Argument:

Für den Finanzexperten ist die Argumentation, dass sich das hohe Inflationsgeschehen vor allem aus niedrigen Vorjahreswerten („Basiseffekte“) erklärt und damit vorübergehender Natur sei, nicht mehr überzeugend: „Im Januar 2022 lag die Inflation noch immer bei knapp fünf Prozent. Wenn es sich wirklich nur um Basiseffekte handeln würde, müssten wir langsam eine Trendwende sehen. Wenn die Inflation monatelang deutlich über dem Zielwert verharrt, kann man nicht mehr von einem vorübergehenden Phänomen sprechen.“

 

EZB muss auf Politik der Federal Reserve reagieren:

„Die US-Notenbank hat mindestens drei Zinsschritte für dieses Jahr angekündigt. Damit wird der Druck auf den Euro wachsen. Wenn die EZB die Unterschiede zur US-Geldpolitik zu groß werden lässt, importiert man Inflation über den Wechselkurs in die Eurozone. Die EZB sollte sich ein Beispiel an der Federal Reserve nehmen und die Zinswende einleiten“, fordert Ferber.

 

Verdacht der monetären Staatsfinanzierung vermeiden:

„Wenn die EZB trotz des derzeitigen Inflationsdrucks immer noch nicht die Kurve bekommt, setzt sie sich immer mehr dem Verdacht aus, dass sie mit ihren Anleihekaufprogrammen eigentlich monetäre Staatsfinanzierung betreibt. Diesen Eindruck sollte die EZB tunlichst vermeiden“, warnt der CSU-Wirtschaftsexperte. „Lagardes Aufgabe ist es nicht, das Haushaltsdefizit der europäischen Südstaaten zu finanzieren, sondern den Euro stabil zu halten.“