Markus Ferber Mitglied des Europäischen Parlaments
Bezirksvorsitzender von Schwaben.
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Virtuelle Währungen sind nicht die Zukunft!

Digital Life Design Konferenz in München: Markus Ferber stellt Sinnhaftigkeit virtueller Währungen grundsätzlich in Frage

„Das Geschäftsmodell virtueller Währungen basiert vor allem darauf, dass man einschlägige Regulierung umgehen kann. Wenn dieser Vorteil wegfällt, gibt es in entwickelten Zahlungsmärkten keinerlei Grund, auf virtuelle Währungen zurückzugreifen“, erklärt der CSU-Europaabgeordnete und wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament am Rande der Digital Life Design-Konferenz in München, bei der er auf einem Podium zu virtuellen Währungen diskutierte.

 

Bitcoin & Co als Zahlungsmittel ungeeignet:

„Transaktionen in Bitcoin und anderen virtuellen Währungen sind langsam, teuer und umständlich. Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind ausschließlich aufgrund ihrer Anonymität attraktiv. Nur wer Geld waschen, illegale Produkte kaufen oder Sanktionen umgehen will, braucht Bitcoin“, so Ferber. Der Europaabgeordnete betont jedoch, dass ein geeigneter Rechtsrahmen, den auch viele Befürworter virtueller Währungen fordern, das Ende genau dieser Anonymität bedeuten würde: „Wenn virtuelle Währungen reguliert werden, bedeutet das, dass auch die einschlägige Gesetzgebung im Bereich Geldwäsche und Verbraucherschutz gelten muss.“

 

Libra wird sich in Europa nicht durchsetzen:

Skeptisch ist Ferber auch bezüglich der von einem Unternehmenskonsortium rund um das Technologieunternehmen Facebook entwickelten virtuellen Währung Libra: „Damit Libra überhaupt eine Chance darauf hat, auf dem Markt zugelassen zu werden, muss es in jedem Land den einschlägigen Rechtsrahmen erfüllen. Wenn es aber einen Euro-Libra, einen Dollar-Libra und einen Yen-Libra gibt mit allen Wechselkursrisiken und -gebühren, ist die Idee einer globalen virtuellen Währung dahin.“

 

Kein Bedarf für „offizielle“ virtuelle Währungen:

Die Debatte über staatlich entwickelte virtuelle Währungen sieht der CSU-Europapolitiker ebenfalls skeptisch: „Wir haben in der EU ein schnelles und kostengünstiges Zahlungssystem. Einen ‚e-Euro‘ braucht es nicht.“ Das Argument, dass einige andere Länder wie zum Beispiel China bereits an virtuellen Währungen arbeiten, überzeugt Ferber nicht: „Für die chinesische Regierung sind virtuelle Währungen ein weiterer Schritt auf den Weg zum perfekten Überwachungsstaat. Das kann kein Vorbild für Europa sein.“