Presse aktuell

24.09.2018

Aufsicht über Investmentfirmen - EU bereitet sich auf Brexit vor

Wirtschaftsausschuss stimmt über neue Regeln für Wertpapierfirmen ab/ EU bereitet sich auf Brexit vor

"Mehr als die Hälfte aller Wertpapierfirmen in Europa kommen aus dem Vereinigten Königreich. Mit dem neuen Regelwerk stellen wir sicher, dass britische Wertpapierfirmen auch nach dem Brexit einem strengen Regime unterliegen, wenn sie in der EU ihre Dienstleistungen erbringen wollen. Mit dem überarbeiteten Rahmen für Wertpapierfirmen macht sich die EU bereit für den Brexit", fasst der Berichterstatter und Sprecher der EVP-Fraktion im Wirtschafts- und Währungsausschuss eine der zentralen Botschaften des Berichts zusammen.

"Wenn Investmentfirmen aus Drittstaaten zentrale Dienstleistungen, die in der EU vor allem von Banken erbracht werden, in der EU erbringen wollen, müssen sie künftig auch eine Präsenz in der EU haben. Nur so sind faire Wettbewerbsbedingungen sichergestellt", so Ferber, der sich insbesondere für ein Verbot von Eigenhandel und der Absicherung der Wertpapieremmission von den Äquivalenzvorschriften eingesetzt hatte.

Der CSU-Finanzexperte stellte auch heraus, dass die Reform des Aufsichtsregimes für Wertpapierfirmen dafür genutzt werde, mehr Verhältnismäßigkeit in das Aufsichtsrecht zu bringen. "Ein kleiner Anlageberater braucht nicht denselben Vorgaben unterworfen zu sein wie ein milliardenschwerer Vermögensverwalter. Dass wir beim Aufsichtsrecht für Wertpapierfirmen nun stärker nach Risiko und Geschäftsmodell differenzieren, ist folgerichtig und längst überfällig."

Der CSU-Finanzmarktexperte betonte, dass große und systemrelevante Firmen jedoch auch in Zukunft einem strengen Regime unterliegen werden: "Gerade bei der Vermögensverwaltung gibt es eine Handvoll Akteure, die eine ungeheure Marktmacht aufgebaut haben und systemrelevant sind. Diese Marktteilnehmer werden auch weiterhin einem strikten Aufsichtsregime unterliegen. Das gilt aber nicht gleichermaßen für jeden unabhängigen Vermögensberater. Von mehr Verhältnismäßigkeit werden insbesondere kleinere Anbieter profitieren."