Presse aktuell

07.07.2011

Ferber fordert mehr Transparenz der Bewertungskriterien bei Ratingagenturen

Bewertung nicht an Marktakzeptanz ausrichten/ Europäische Ratingagentur trägt nicht zur Problemlösung bei

Anlässlich der Diskussion um die Transparenz und Glaubwürdigkeit der Bewertungen von Ratingagenturen im Falle Portugals fordert der Vorsitzende der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament Markus Ferber: "Ratingagenturen müssen transparent machen wie sie zu ihrer Bewertung einer Ausfallwahrscheinlichkeit eines Wertpapiers kommen."

"Aktuell zeigt sich, dass die Ratingagenturen Papiere die sie noch vor zwei Jahren mit höchster Bonität ausgezeichnet haben, jetzt als Ramschware einstufen, obwohl es sich um ein und dasselbe Papier handelt. Deswegen brauchen wir dringend mehr Transparenz, was die Bewertungskriterien betrifft", fordert Ferber.

"Denn Ratingagenturen dürfen mit ihren Bewertungen keinesfalls zu einer Problemverschärfung beitragen, wie es derzeit der Fall ist. Ihre Aufgabe sollte es sein, eine Bewertung abzugeben, um damit einen Beitrag zur Problemlösung zu leisten. Die Bewertungen an der Marktakzeptanz auszurichten ist inakzeptabel. Die Agenturen müssen den Märkten transparente Informationen zur Verfügung stellen", so Ferber weiter.

Ferber betonte, dass eine von vielen geforderte europäische Ratingagentur in diesem Fall auch nicht wirklich weiterhelfen würde. "Denn die grundsätzlichen Schwächen der Bonitätsprüfung, wie die Bewertungsprobleme und die Prognoseunsicherheit blieben auch bestehen, wenn die Agentur eine europäische wäre. Ratingagenturen brauchen das Vertrauen der Märkte, unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben" so Ferber abschließend.