Presse aktuell

04.02.2015

Markus Ferber: Griechenland muss jetzt liefern!

Eine Annäherung in der Schuldenfrage zeichnet sich ab: EU-Kommissionschef Juncker zeigt sich grundsätzlich verhandlungsbereit. Fragen an Markus Ferber (CSU), stellvertretender Vorsitzender des Wirtschafs- und Währungsausschusses im EU-Parlament.

Die Europäische Union will der neuen griechischen Regierung bei der Rückzahlung der Staatsschulden entgegenkommen. Brüssel werde seine Politik anpassen, aber "nicht alles ändern", sagte EU-Kommissionspräsident Juncker am Dienstag. Doch wieviel Entgegenkommen ist sinnvoll?

Griechenland müsse zunächst einmal seine Hausaufgaben machen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschafs- und Währungsausschusses im EU-Parlament, Markus Ferber, im WDR 5 Morgenecho. Natürlich sei es gut, dass der neue griechische Ministerpräsident durch Europa reise, denn man müsse ja wenigstens miteinander reden, um zu vernünftigen Ergebnissen kommt. "Es ist besser, dass man miteinander redet als übereinander redet", so Ferber. Gleichzeitig betonte er aber, dass es in der EU zurzeit keine Mehrheit gebe, Griechenland bedingungslos weiterhin Geld zu geben. Das sei auch nicht nur von Deutschland abhängig. Auch die baltischen Staaten mit einem geringeren Pro-Kopf-Einkommen als Griechenland müssten einem solchen Schritt zustimmen.

Auch in Zukunft brauche man jemanden, der prüfe, "ob Griechenland seine Zusagen einhält", sagte Ferber in Bezug auf die Absage der Griechen an die Troika-Kontrolleure. "Sie versprechen viel. Sie halten wenig." Der Internationale Währungsfond (IWF) sei für solche Aufgaben prädestiniert, und es sei ein ganz normaler Vorgang, dass der IWF bei der Kontrolle der griechischen Zusagen dabei ist.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der sich skeptisch gegenüber der Beteiligung des IWF im Rahmen der Kontrollen ausgesprochen hatte, habe darüber nicht zu bestimmen. Markus Ferber betonte, dass er sich in erster Line die Interessen seiner deutschen Wähler verpflichtet fühle. In Deutschland sei man zwar "solidarisch aber nicht blöd". Aus seiner Sicht müsse Griechenland jetzt liefern und "akzeptieren, dass wir kontrollieren, was gemacht wird." Er erwarte einen umfassenden Plan der Griechen zur finanziellen Konsolidierung. "Ich will jetzt nicht nur hören, was wir zu tun haben, ich will jetzt auch mal hören, was Griechenland tun will."