Wie kann Europa im globalen Wettbewerb wieder auf die Überholspur gelangen und welche konkreten Chancen bieten sich dem Mittelstand?
Auf Einladung des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) informierte der Europaabgeordnete Markus Ferber (CSU) vor Ort in Augsburg über aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen aus Brüssel und Berlin. Im Anschluss diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis mit ihm auf dem Podium über Bürokratieabbau, Innovationskraft und den Erhalt von Spitzenkräften in der Region.
Ferber zieht Bilanz: Bürokratieabbau, Finanzierung und globale Märkte
In seinem einleitenden Impulsvortrag skizzierte der Europaabgeordnete Markus Ferber, die drängendsten Handlungsfelder der europäischen Wirtschaftspolitik. Er betonte, dass der Abbau bürokratischer Hürden kein einmaliges Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe sein müsse. Als konkreten Lösungsansatz hob er vereinfachte Verfahren wie das sogenannte Omnibusverfahren hervor.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Sicherung der Finanzierungswege für den Mittelstand: Die Kapitalvergabe dürfe nicht durch zu rigide Bankenregulierungen (wie BASEL III) eingeschnürt werden. Mit Blick auf die Exportstärke Bayerns, dessen wichtigster Absatzmarkt die USA sind, gefolgt von China, mahnte Ferber faire Handelsabkommen an. Während Verträge wie CETA mit Kanada bereits erfolgreich liefen, seien neue Abkommen mit Ländern wie Indien, Indonesien und Mexiko essenziell, um die globale Position zu sichern. Um dem aktuellen Innovationsparadoxon: hohe Forschungsausgaben bei zeitgleich verhaltener Investitionsneigung zu begegnen, plädierte Ferber zudem für gezielte wettbewerbsrechtliche Reformen und Strategien zur Stärkung der heimischen Industrie.