Verhandler von Europäischem Parlament und den EU-Mitgliedstaaten haben sich heute auf Anpassungen an der EU-Wegekostenrichtlinie, auch Eurovignette genannt, geeinigt. Die Überarbeitung war von der Kommission im Jahr 2023 vorgeschlagen worden, um energieeffizienten Anhängern einen Mautvorteil zu geben und deren höhere Anschaffungskosten dadurch etwas auszugleichen. 2025 folgte ein überarbeiteter Vorschlag, welcher weitere administrative Anpassungen und Vereinfachungen technischer Natur enthielt. Die Mitgliedstaaten planten diesen neuerlichen Vorschlag, ohne den Anhängerteil durchzuwinken. Für den CSU-Europaabgeordneten und Verhandlungsführer der Europäischen Volkspartei für dieses Dossier war diese Ambitionslosigkeit nicht hinnehmbar:
„Die grüne Transformation des Verkehrssektors verläuft schleppend. Gleichzeitig hat die Industrie strenge CO2-Minderungsziele. Es kann nicht sein, dass die EU lediglich strikte Grenzwerte setzt, der Industrie aber keine Möglichkeiten an die Hand gibt, um diese zu erreichen. Für CDU/CSU müssen Klimaziele und finanzielle Anreize Hand in Hand gehen. Nur so nehmen wir auch die kleinen und mittelständischen Transport- und Logistikbetriebe mit.“
Erfolg bei Brückentechnologien
Ferber hatte sich daher im Parlament und in den Trilogverhandlungen erfolgreich für eine stärkere Berücksichtigung von Brückentechnologien eingesetzt. Hier schafft die heute erzielte Einigung eine positive Neuerung. Künftig können neben der vollständigen Mautbefreiung von Elektro-LKW auch Niedrigemissionsfahrzeuge wie solche mit Range-Extendern einen Mautvorteil von bis zu 75% bekommen:
„Solange wir die Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in Europa noch nicht ausreichend und flächendeckend aufgebaut haben, können auch Brückentechnologien helfen, eine sofortige CO2-Minderung zu erreichen. Dazu gehören beispielsweise Fahrzeuge mit Range-Extender. Falls Mitgliedstaaten Elektrofahrzeuge vollständig von der Maut befreien, so sollen auch diese Range-Extender-Fahrzeuge einen höheren Mautrabatt bekommen. Damit werden marktreife Technologien gefördert und Klimaschutz im Hier und Jetzt ermöglicht.“, so Ferber.