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Iran-Konflikt: EU braucht jetzt einen Krisenfahrplan

Iran-Konflikt hat wirtschaftliche Implikationen/
Markus Ferber fordert Krisenfahrplan

„Der Angriff auf den Iran wird für wirtschaftliche Verwerfungen sorgen. Es droht die nächste Energiepreiskrise und das Wachstum wird unter Druck geraten. Die EU braucht jetzt einen klaren Krisenfahrplan, der Versorgungssicherheit, funktionierende Märkte und gezielte Hilfe zusammenbringt“, erklärt Markus Ferber MdEP, wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion angesichts des Konfliktes im Iran.
 
Ferber analysiert: „Die Unsicherheit im Mittleren Osten kann schnell auch auf Europa durchschlagen. Die wirtschaftliche Übertragung läuft zuerst über Energiepreise und Kriegsrisiko-Prämien in Schifffahrt und Versicherung. Schon glaubwürdige Störsignale rund um die Straße von Hormuz bewegen Öl- und LNG-Preise schnell. Europa ist hier exponiert.“

Energiepreise sind der Dreh- und Angelpunkt
 
„Europa importiert Energie zu Weltmarktpreisen. Damit wird jeder Tag Unsicherheit zu einem Kostenfaktor für Unternehmen und Haushalte. Wir brauchen sofortige Koordination bei Reserven, Beschaffung und Marktkommunikation auf EU-Ebene“, fordert Ferber.
 
 
Lieferketten und Versicherungskosten: Preissteigerungen drohen
 
Aber der CSU-Wirtschaftsexperte sieht noch andere Risiken: „Kriegsrisikoaufschläge verteuern Fracht und verlängern Lieferzeiten. Das wirkt wie eine Zusatzabgabe auf importierte Vorleistungen und Konsum und kann auch die Inflation wieder Anheizen. Es muss nun oberste Priorität haben, dass die Handelsrouten im Nahen und Mittleren Osten frei bleiben. Wenn der Iran und seine Verbündeten Handelsrouten ins Visier nehmen, droht Gefahr.“

Ein Energieschock schlägt schnell in die Teuerung durch und kann sich über Löhne, Dienstleistungspreise und Margen in die Kerninflation fortpflanzen. Kritisch sind weniger kurzfristige Ausschläge als eine Verfestigung von Inflationserwartungen und ein entsprechender Effekt in der Lohnbildung, damit steigt der Druck auf die Geldpolitik und der Spielraum für eine wachstumsfreundliche Linie wird enger. „Die EZB muss jetzt wachsam bleiben und frühzeitig erkennen, wenn aus einem Energiepreisschock ein Inflationsproblem wird. Preisstabilität bleibt der Anker, gerade in einer Phase, in der Märkte nervös reagieren“, so Ferber.
 
 
Krisenfahrplan notwendig: 
 
Ferber fordert, dass sich die EU nun schnell auf die neue Situation einstellt: „Dass die Lage im Iran jederzeit eskalieren kann, war absehbar. Man darf davon ausgehen, dass die Kommission hier nicht komplett kalt erwischt wurde. Europa muss nun schnell vom Zuschauen ins Handeln kommen. Die Kommission sollte noch diese Woche einen Maßnahmenplan vorlegen, der energie-, handels- und finanzpolitische Aspekte zusammendenkt.“

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