Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber zeigt sich mit Blick auf die heutige Abstimmung enttäuscht und kritisiert insbesondere die aus seiner Sicht fehlende Berücksichtigung der praktischen Auswirkungen auf Jägerinnen und Jäger:
„Die Jagdtradition ist seit Jahrhunderten elementarer Bestandteil des bayerischen Kulturgutes. Sie ist tief in unseren ländlichen Regionen verwurzelt und leistet einen wichtigen Beitrag für Naturschutz und den Erhalt eines ausgewogenen Wildbestandes. Dieses Erbe gilt es nicht nur zu bewahren, sondern auch zukunftsfest aufzustellen.
Der heute gebilligte Kommissionsvorschlag für ein EU-weites Verbot von Bleischrot stellt viele Jägerinnen und Jäger jedoch vor erhebliche Herausforderungen. Sie müssen sich künftig auf die Suche nach geeigneten Alternativen machen. Gerade bei bestimmten Munitionsarten ist die Verfügbarkeit geeigneter Ersatzmaterialien jedoch nicht in ausreichendem Umfang gewährleistet. Hinzu kommt, dass alternative Materialien häufig aus Übersee bezogen werden müssen.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht nur auf die Munition selbst. Schießstände und Ausbildungsstrukturen müssen aufwendig angepasst werden.
Die Pläne der Kommission sind deshalb im Europäischen Parlament zu Recht auf Widerstand gestoßen. Mit der heutigen Ablehnung des Einwandes vergibt das Parlament jedoch die Chance, auf Nachbesserungen zu drängen und eine stärker an der praktischen Realität orientierte, verhältnismäßige Regelung einzufordern.“