„Die erratische Wirtschaftspolitik der Trump-Administration erschüttert weltweit das Vertrauen in den Dollar. Darin liegt eine historische Chance für den Euro, sich als verlässliche Alternative zu etablieren“, erklärt Markus Ferber, wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, anlässlich der heutigen Abstimmung im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments.
Wechselnde Zollansagen, offene Angriffe auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank und eine unberechenbare Haushaltspolitik in Washington haben in den vergangenen Monaten Zweifel an der Verlässlichkeit des Dollar als globaler Ankerwährung genährt. Für Ferber ist dies der Moment, in dem Europa handeln muss, statt nur zuzusehen.
Starker Euro bring konkrete Vorteile:
„Eine stärkere internationale Rolle des Euro bedeutet niedrigere Finanzierungskosten für unsere Unternehmen, weniger Wechselkursrisiken für unsere Exporteure und mehr geopolitischen Spielraum für Europa", so Ferber weiter. „Das sind messbare Vorteile für Europa. Deswegen lohnt es sich, die internationale Rolle des Euros zu stärken."
Ein stärkerer Euro bedeutet auch mehr Unabhängigkeit von den Launen der amerikanischen Sanktionspolitik. Europäische Unternehmen und sogar EU-Amtsträger sind in der Vergangenheit von US-Sanktionsregimen kalt erwischt worden, obwohl sie mit den zugrundeliegenden Konflikten nichts zu tun hatten. „Wer auf eine fremde Währung angewiesen ist, macht sich erpressbar. Ein starker Euro schützt unsere Handlungsfähigkeit", warnt Ferber.
Grüner Berichterstatter wollte gemeinsame Schulden als Wundermittel verkaufen
Der ursprüngliche Berichtsentwurf des grünen Berichterstatters Rasmus Andresen krankte an einer einzigen Idee: gemeinsame EU-Schulden als vermeintliches Wundermittel für die Internationalisierung des Euro. „Die Grünen wollten aus einem außenwirtschaftlichen Bericht einen Vorwand für die Vergemeinschaftung nationaler Schulden machen. Das ist keine Strategie für den Euro, das ist pure Ideologie", kritisiert Ferber. „Der Berichtsentwurf hat sehr deutlich gemacht, wo die Grünen beim Thema Finanzstabilität stehen. Es ist gut, dass es gelungen ist die Schulden-Fantastereien der Grünen abzuwehren.“
Der CSU-Wirtschaftspolitiker freut sich, dass es in harten Verhandlungen gelungen ist, die Stoßrichtung des Berichts zu ändern: „Wir haben aus einem Bericht, der ein trojanisches Pferd für die Schuldenunion war, ein Dokument gemacht, das die tatsächlichen Hebel für einen stärkeren Euro benennt: tiefere Kapitalmärkte, solide Finanzpolitik und eine funktionierende Infrastruktur statt gemeinsamer Haftung.“