„Der Kommissionsvorschlag wies viele Mängel auf. Dem Parlament ist es gelungen, ihn deutlich zu verbessern. Die risikosensitive Kapitalformel, die niedrigere Risikogewichtsuntergrenze für sicherere Anlageklassen, die schlankeren Berichtspflichten für private Verbriefungen und die bessere Behandlung von Leasing und Factoring sind klare Fortschritte. Die Einigung ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber ein Schritt in die richtige Richtung ist noch kein Durchbruch. Der europäische Verbriefungsmarkt kommt seit Jahren nicht vom Fleck. Die Frage muss erlaubt sein, ob hier nicht mehr drin gewesen wäre, um das spürbar zu ändern. Gerade von den sozialdemokratischen Kollegen hätte ich mir mehr Unterstützung für ein ambitionierteres Paket gewünscht - schließlich hilft ein funktionierender Verbriefungsmarkt nicht nur den Banken, sondern vor allem der Realwirtschaft.
Am Ende werden Banken und Investoren den endgültigen Text an seinen Auswirkungen auf ihre Kapital- und Compliance-Kosten messen. In den kommenden Jahren müssen wir sehr genau beobachten, ob die neuen Regeln zu einer besseren Marktakzeptanz führen. Andernfalls geht es zurück ans Reißbrett. Die Verbriefung ist eines der konkretesten Instrumente der Spar- und Investitionsunion, und sie muss liefern.“